Das Geld "versickerte" vor allem im seit vielen
Jahren undichten Schwimmbecken, das am
Ende nur noch notdürftig geflickt werden
konnte. Und was den Standard der sanitären
Einrichtungen oder der Umkleidekabine an-
ging - auf diesem Gebiet war das Waiblinger
Freibad längst von anderen Freibädern über-
flügelt worden. Gleichwohl: Seinen Charme
hat das nostalgische Bad, bis zum letzten Tag
bewahrt:
Sonntag, 5.September 2004: der definitiv al-
lerletzte Schwimmtag im Waiblinger. Freibad.
2 700 Fans, Stammgäste, Nostalgiker, Neugie-
rige und Sonnenhungrige besuchten die "Insti-
tution" noch einmal, bevor es seine Pforten
endgültig schloss. Eintritt verlangte der Betreib-
er, die Stadtwerke Waiblingen, an diesem
"Abschiedstag" der manchen etwas wehmü-
tig gestimmt haben mag, nicht. Im Oktober
2002 hatte der Aufsichtsrat der Stadtwerke den
Neubau des Freibads beschlossen, vom Juli
nächsten Jahres an sollen die ersten Besucher
schon wieder schwimmen können - ein Mam-
mutprojekt
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Statistik spricht Bände
Der nicht allzu heiße Sommer 2004 ließ die
Statistik für das alte Bad nicht gerade in die
Höhe schnellen: Der mit 3 420 Gästen besu-
cherreichste Tag war am 1. August, im Vorjahr
war das der 10. August mit 4 350 Schwimmern.
Es gab auch Jahre, an denen wurden an die
10 000 Badegäste am Tag gezählt. Dass das in
jüngster Vergangenheit nicht mehr der Fall
war, dazu trug sicherlich, auch bei, dass das
Freibad moderne Konkurrenz hat, nicht zu-
letzt das Waldfreibad Bittenfeld, sonst dem
großen Bruder in der Kernstadt, was Besucher-
zahlen angeht, stets weit unterlegen, doch im
renovierten Gewand überflügelte es gleich in
seiner ersten. Saison 2002 das Freibad an der
Schorndorfer Straße, ein weiteres Mal im glü-
hend heißen; Sommer 2004.
Das soll sich ändern: Damit die Saisonbesu-
cherzahl wieder auf die in den 90er Jahren be-
kannte Zahl 200.000 hochschnellt - diese Sai-
son waren es 82 300, im Jahr zuvor 139 300 -
wurde beschlossen, das alte Schwimmbad
nicht länger zu "flicken'' sondern es komplett
abzureißen und an die selbe Stelle das neue zu
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bauen. Die Kosten dürfen 4,5 Millionen Euro
nicht überschreiten. Die Stadtwerke scheuten
sich nicht davor, auch die Schwimmgäste
in die Planungen einzubeziehen. Aus mehreren
Varianten. wählten alle Beteiligten schließlich
diejenige aus, in der ein 50-Meter-Becken
mit durchgängig 1,80 Meter Tiefe gebaut werden
soll, angebaut ist die Sprunggrube, weit genug
von den Schwimmern entfernt. In kurzer Ent-
fernung zum Hauptbecken: das Erlebnisbe-
cken mit Rutschbahn, Strömungskanal, und
sprudelnden Liegen. Auch der Kiosk wird neu
entstehen, er wird sogar eine "Außenstelle"
beim Erlebnisbecken unterhalten; dort können
Eltern im neuen Wickelraum außerdem ihre
Kinder windeln. Das Plantschbecken für die
Kleinsten ist etwas weiter entfernt.
Seit Montag, 6, September, sind also die Tü-
ren verschlossen, die Bauarbeiter deckten die
Dächer der hölzernen Versorgungshäuschen
ab, retteten, was zu retten war, weideten die
sanitären Einrichtungen aus, bauten geradezu
historische elektrische Haartrockner und auch
die Garderobenschränke ab, ließen das Wasser
aus den Becken, kurz: bereiteten alles für die
Bagger vor. Die rollten am gestrigen Mittwoch-
Nachmittag an, ein 30-Tonnen- und ein 60-
Tonnen-schweres Fahrzeug: Wenn sie ihre Ar-
beendet haben, wird vom Hochbau nichts
mehr zu sehen sein. Bis in etwa vier Wochen
sollen die Erdarbeiten beendet sein, bis zum
Jahresende, so lautet der Plan, soll der Rohbau
für die neuen Gebäude fertig sein.
Baumbestand bleibt erhalten
Keine Sorge übrigens, was den von allen Ba-
degästen stets hoch gelobten Baumbestand des
Freibads angeht: Er wird auch im neuen Bad
erhalten bleiben. Nur zwei sowieso "fällige"
Pappeln müssen weichen, alle anderen der
prächtigen Schattenspender laden auch im
modernen Freibad wieder zum genussreichen
Drunterliegen ein.
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